Energiemanagementsystem - Energieberatung Industrie

Energiemanagement-System 2018/2019

Im August 2018 wurde die englische Version der Energiemanagementnorm ISO 50001 veröffentlicht. Seit Ende November 2018 ist die deutsche Version zum Energiemanagement nach DIN EN ISO 50001:2018  verfügbar. 

Was bringt das Update der ISO 50001 und was ist zu tun?

Energiemanager und Energiemanagementteams von Unternehmen, die ein zertifiziertes Energiemanagement-System (EnMS) betreiben, das jährlich durch ein Überprüfungs- oder Überwachungsaudit  testiert werden muss, sehen sich mit neuen Anforderungen konfrontiert.

Die neue ISO 50001:2018 folgt der High Level Structure (HLS) und kann damit leichter mit anderen ISO-Standards wie ISO 9001 oder ISO 14001 kombiniert werden. Für Umsetzung und Betrieb des ENMS hat das Top-Management eine höhere Gewichtung erhalten. „Interessierte Parteien“ sowie „Risiken & Chancen“ tauchen als Schlagworte in der neuen Norm auf und müssen in der Dokumentation Berücksichtigung finden.

Die Methodik zur Überwachung, Messung und Analyse der energiebezogenen Leistung muss jedoch mit der neuen Norm auf den Prüfstand gestellt und präzisiert werden um den Anforderungen an die Verbesserung der energiebezogenen Leistung gerecht werden zu können.

Dabei wird eine schlüssige, nachvollziehbare Erhebung und Auswertung der Energiedaten („Planung der Energiedatensammlung“), einschließlich eines Konzepts zur Normalisierung der Energieleistungskennzahlen bzw. der energetischen Ausgangsbasis erwartet. Dazu müssen Einflussfaktoren auf den Energieeinsatz wie Veränderungen des Standortes oder des Schichtmodells („statische Faktoren“) und „relevante Variable“, wie Witterungsbedingungen und die Produktionsmenge Eingang in die energetische Bewertung finden.

Wir unterstützen Sie dabei, ein Energiemanagement-System neu aufzubauen und zur erfolgreichen Erstzertifizierung zu führen oder auch ein bestehendes Managementsystem für die neuen Anforderungen fit zu machen.

Begriffsdefinitionen

Energiemanagement umfasst die Summe aller Maßnahmen, die geplant und durchgeführt werden, um bei geforderter Leistung einen minimalen Energieeinsatz sicherzustellen.“ – so lautet die Definition nach dem Leitfaden „Energiemanagement-Systeme in der Praxis“, der vom Um-weltbundesamt UBA und dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit BMUB veröffentlicht wurde.

Unter dem Oberbegriff Energiemanagement-System tummeln sich unterschiedliche Methoden die sich in ihrem jeweiligen Geltungsbereich zur Erfül-lung gesetzlicher Anforderungen oder zur Erstattung von Energiesteuern und -abgaben, ihrer Zielgruppe d. h. der Unternehmensart und -größe sowie ihrer Komplexität teilweise erheblich unterscheiden. 

Allen Methoden gemeinsam ist in der Regel eine Energieanalyse in drei Stufen:

  • Bewertung von Energieeinsatz und Energieverbrauch
  • Erfassung der Energieverbraucher (Anlagen und Geräte)
  • Aufzeigen und bewerten von Energiesparpotenzialen

Ein sogenanntes Energiedatenmanagementsystem (EDMS) erleichtert die Ablesung, Auswertung und grafische Darstellung der Messergebnisse und ist ein hilfreiches Werkzeug zur Erstellung der Dokumentation z. B. für das alljährliche Überwachungsaudit eines nach DIN 50001 zertifizierten Energiemanagementsystems. „Energiemanagement ohne Energiedatenmanagement ist wie Autofahren ohne Tacho und Tankuhr“

Wozu brauche ich ein Energiemanagement-System?

Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Energiemanagement für Ihr Unternehmen interessant sein kann:

  • Transparenz hinsichtlich Aufteilung des Energieverbrauchs (Wo sind die Hauptverbraucher, welchen Anteil hat welcher Prozess, wie verändern sich Verbrauchswerte im Lauf der Jahre, Erstellen von Benchmarks, Bilden von Energiekennzahlen …)
  • Systematische Erfassung und Umsetzung von Energieeinsparpotenzialen
  • Steuerentlastungen bei den Energiekosten (z. B. Spitzenausgleich, besondere Ausgleichsregel)

Was ist das richtige Energiemanagement-System für mein Unternehmen?

Alternatives System

Für das Alternative System nach Spitzenausgleich-Effizienzsystemverordnung (SpaEfV), das kleine und mittlere Unternehmen (KMU) des produzierenden Gewerbes (PG) zur Beantragung des Spitzenausgleichs (Erstattung von Strom- und Energiesteuer) oder der Besonderen Aus-gleichsregel zur Erstattung der EEG-Umlage (stromintensive Unternehmen <5 GWh/a) nutzen können, ist diese dreiteilige Energieanalyse in Tabellenform bereits ausreichend. Darüber hinaus sind nur noch eine Erklärung der Geschäftsleitung sowie die jährliche Testierung durch eine ak-kreditierte Konformitätsbewertungsstelle erforderlich.

Energieaudit

Ein nach DIN EN 16247-1 durchgeführtes Energieaudit ist für KMU eine weitere Möglichkeit die Voraussetzungen zur Beantragung des Spitzenausgleichs zu erfüllen, die jedoch in der Vergangenheit aufgrund des höheren Aufwandes im Vergleich zum Alternativen System nur selten in Anspruch genommen wurde. Diesen höheren Aufwand müssen jedoch seit 2015 alle Nicht-KMU, d. h. Großunternehmen in Kauf nehmen, die nach Artikel 8 der europäischen Energieeffizienzrichtlinie (2012/27/EU, EED) und der deutschen Umsetzung im EDL-G (Gesetz über Energiedienstleistungen und andere Energieeffizienzmaßnahmen) verpflichtet sind, spätestens alle vier Jahre ein Energieaudit nach DIN EN 16247-1 durchzuführen.

Umweltmanagementsystem oder ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN

Alternativ zum Energieaudit konnten Unternehmen bis zum 31.12.2016 gemäß EDL-G auch ein Umweltmanagementsystem nach EMAS oder ein zertifiziertes Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001 einführen.

Die Einführung und Zertifizierung eines Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001 ist zudem für alle Großunternehmen (Nicht-KMUs) des produzierenden Gewerbes erforderlich, die in den Genuss des Spitzenausgleichs oder der Besonderen Ausgleichsregel (BesAR) nach §63ff EEG kommen wollen.

Mit der DIN EN ISO 50001 wird ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) mit dem Ziel der Steigerung der Energieeffizienz und letztendlich auch der Senkung der Energiekosten etabliert. Die bereits erwähnte dreiteilige Energieanalyse oder „energetische Bewertung“ ist dabei auch ein wesentlicher Schwerpunkt der 50001. Weitere Bausteine sind organisatorische Regelungen und Maßnahmen, die in den Unternehmensprozess integriert werden wie beispielsweise die Energiepolitik, die Schulung von Mitarbeitern, Organisationsstruktur, Dokumentation und die Kommunikation des Managementsystems.

Messinfrastruktur

Aufbau und Betrieb einer bedarfsgerechten Messinfrastruktur sind sinnvoll zur Kennzahlenbildung, zur energetischen Bewertung allgemein aber auch zum Nachweis und Monitoring von Energieeffizienzmaßnahmen.

Ein ein hilfreiches Werkzeug ist das sogenannte Energiedatenmanagementsystem (EDMS). Dies erleichtert Ablesung, Auswertung und grafische Darstellung und Dokumentation der Messergebnisse.

Mit einem auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen Messkonzept mit passender EDMS-Software:

  • schaffen Sie Verbrauchs- und Kostentransparenz bei Ihren Energieträgern
  • weisen Sie die Wirksamkeit von Effizienzmaßnahmen nach und
  • sind Sie auch für zukünftige Anforderung wie den Nachweis der Steigerung der energiebezogenen Leistung gewappnet.

Wie unterstützen wir Sie?

Lassen Sie prüfen, ob ein Energiemanagementsystem für Ihr Unternehmen sinnvoll ist.

Wenn ja, dann lassen Sie uns gemeinsam unter Einbezug Ihrer Zielesetzungen die richtige Variante und Vorgehensweise finden!

Die eta Energieberatung unterstützt das Energieteam Ihres Unternehmens von der Energieanalyse über die Ausarbeitung von Effizienzprojekten bis zur Zertifizierung Ihres Energiemanagementsystems nach DIN EN ISO 50001.

Die eta Energieberatung unterstützt Sie auch beim Aufbau Ihrer Zählerinfrastruktur und bei der Auswahl der geeigneten Energiedatenmanagement-Software. (Flyer EDMS). Mit einem auf Ihr Unternehmen zugeschnittenen Messkonzept mit passender EDMS-Software

Weitere Informationen

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