Wärme aus Biomasse - Engelsberg - eta Energieberatung

Wärme aus Biomasse

​Erweiterung und Betriebsoptimierung von Biomasseheizwerk und Wärmenetz

​Die Gemeinde Engelsberg​ sieht die Errichtung einer nachhaltigen Energieversorgung ihrer Bürger aus regenerativen Quellen als kommunale Aufgabe an und ist deshalb im Bereich der Energiepolitik schon seit über 20 Jahren sehr aktiv.

Ab 1996 wurden zahlreiche Photovoltaik- und Biogasanlagen errichtet. Ziel war und ist die Unabhängigkeit der Gemeinde Engelsberg von fossilen Energieträgern. Die 2010 gegründete Fernwärme Engelsberg GmbH (100 %-ige Tochter der Gemeinde) nahm zwei Jahre nach der Gründung das Biomasse-Heizwerk zur Wärmeversorgung der Bürger über ein Fernwärmenetz mit umweltfreundlicher Wärme, in Betrieb.

Die Heizzentrale umfasst dabei einen 1.700 kW Biomasse-Kessel sowie ein 2.000 kW Heizöl-Kessel. Die eingesetzten Holz-Hackschnitzel kommen aus einem Umkreis von 30 km und werden von regionalen Gewerbe- und Landwirtschaftsbetrieben aufbereitet und geliefert.

Wärme aus Biomasse - Engelsberg - eta Energieberatung

Problemstellung

Das Biomasse-Heizwerk Engelsberg ist typisch für Anlagen in ländlich geprägten Gegenden Bayerns. Aufgrund der eher geringen Netzanschlussdichten und der häufig überdimensionierten Wärmeerzeugungsanlagen ist ein wirtschaftlicher Betrieb der Fernwärmenetze oft nicht möglich. Für Wärmeverbünde mit hoher Wärmebedarfsdichte sowie für die richtige und wirtschaftliche Funktionsweise von Wärmeverbund-Anlagen ist, nach Inbetriebnahme und Abnahme, die Durchführung einer Betriebsoptimierung angeraten, mit der die Anlagenfunktionen systematisch geprüft und auf den tatsächlichen Bedarf angepasst werden. Diese Notwendigkeit zur Optimierung vergrößert sich noch aufgrund der aktuell verschärften Randbedingungen für Biomasse-Heizanlagen (gesunkene Heizölkosten bei gleichzeitig gestiegenen Biomasse-Kosten).

Lösung

Die Fernwärme Engelsberg GmbH entschied sich bereits in einer sehr frühen Phase des Fernwärmebetriebs eine systematische Betriebsoptimierung durchführen zu lassen, um die Wirtschaftlichkeit und Effizienz des Wärmeverbunds zu verbessern. Aus diesem Grund wurde Ende 2013 die eta Energieberatung GmbH aus Pfaffenhofen a.d. Ilm mit der Optimierung des Betriebs beauftragt.

Zu Beginn des Projekts erfolgte die Betriebskontrolle. Hierbei wurden im Rahmen einer Kurzanalyse die vorhandenen Plandaten ausgewertet und die Projektziele abgeglichen. Die bestehenden Wärmeerzeuger (Biomassekessel, Reserve- und Spitzenlastkessel) und der Pufferspeicher wurden auf Basis der vorhandenen Abnahmestruktur und hinsichtlich einer Jahresdauerlinie anlagentechnisch zugeordnet und die Auslegung überprüft. Außerdem wurde der erforderliche Wärmegestehungspreis bestimmt und im Abgleich mit den Wärmelieferungsverträgen bewertet.

„​Die systematische Betriebsoptimierung der eta Energieberatung GmbH hat uns unserem Ziel, eine nachhaltige, sichere, regionale und umweltfreundliche Wärmeversorgung für unsere Engelsberger Bürgerinnen und Bürger zu einem am Markt funktionierenden Preis anbieten zu können, einen sehr großen Schritt weitergebracht. Wir freuen uns, dass wir hierdurch einen funktionierenden Beitrag zur Energiewende im Freistaat Bayern und in der Bundesrepublik Deutschland leisten können.“

​Martin Lackner
​Erster Bürgermeister von Engelsberg ​

Wärme aus Biomasse - Bürgermeister Lackner Engelsberg

​Umgesetzte Optimierungsmaßnahmen

​Über mehrere Jahre wurden folgende Optimierungsmaßnahmen umgesetzt: 

  • ​Nachrüstung Anlagentechnik Biomasse-Heizwerk: Nachrüstung einer Unterrostzirkulation/Drehzahlregelung Primärluftgebläse
  • Optimierung der Netzregelung und Senkung der Netztemperaturen
  • Überarbeitung der Leittechnik und der Visualisierungsfunktionen
  • Neugestaltung der Organisationsstruktur
  • Optimierung der Brennstoffeinkaufs
  • Netzerweiterung um ein Neubaugebiet mittels Ringschluss
  • Aufzeigen aktueller Förderprogramme
  • Einrichten eines umfassenden Monitorings und anschließende Erstellung von Betriebsberichten
  • Überarbeitung der Wärmelieferverträge
  • ​Einbindung von Abwärme aus einer benachbarten Biogasanlage

​Erfolge der Betriebsoptimierung

​Durch die Umsetzung der ​verschiedenen Maßnahmen konnte die Wirtschaftlichkeit der Gesamtanlage deutlich ​erhöht werden. Im einzelnen wurden folgende Verbesserungen erzielt:

  • ​​Verbesserung der Anlagenauslastung
  • Verlängerung der Lebensdauer der Anlagenkomponenten durch eine schonende Betriebsweise
  • Verminderung der ​NO​x-Bildung, Reduktion von Schlackebildung, verminderter Stromverbrauch
  • Reduktion des Wärmeverlustes von anfangs 20 % auf etwa 10 % im Jahr 2017 (entspricht etwa 400 MWh jährlich)
  • Optimierter Brennstoffeinsatz durch verbesserte Brennstoffqualität
  • Senkung der Betriebskosten um 25 % durch technische und wirtschaftliche Optimierungen
  • Einnahmesteigerung durch Kundenzuwachs
  • Erhöhung der Zuschüsse aus Förderprogrammen um 100.000 €
  • Reduktion des Primärenergiefaktors um 9 % auf 0,42 durch Optimierungen
  • Reduktion des jährlichen Heizölverbrauchs um 35.000 Liter im Vergleich zum Jahr 2016 durch Biogasabwärme (entsprich etwa 100 Tonnen ​CO2​ pro Jahr)
  • ​Status als Bioenergiedorf (FNR), ab 2016
  • Weitere Senkung des Primärenergiefaktors ​f​WP nach FW 309-1, durch Einbindung der Biogasabwärme um etwa 16 % auf 0,35
  • Bewerbung um den bayerischen Energiepreis und den Status Bioenergie-Kommune 2019

​Förderung

Für die Jahre 2017 und 2018 unterstützte die eta Energieberatung die Gemeinde Engelsberg auch bei der Beantragung von Fördermitteln aus dem BAFA-Programm Wärme- und Kältenetze. Dieses Programm unterstützt Projekte zum Neu- oder Ausbau von Wärme- oder Kältenetzen, für die der vollständige Zulassungsantrag ab dem 01.01.2017 eingereicht wurde. 

Der Antrag auf Zulassung des Neu- oder Ausbaus eines Netzes ist zusammen mit einer detaillierten Projektbeschreibung, einer Auflistung der ansatzfähigen Kosten und dem Prüfvermerk eines Wirtschaftsprüfers/einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zeitnah nach Inbetriebnahme des Netzes beim BAFA einzureichen. Ansatzfähige Investitionskosten sind dabei alle Kosten, die für Leistungen Dritter im Rahmen des Neu- oder Ausbaus von Netzen tatsächlich angefallen sind und bei wirtschaftlicher Betrachtung erforderlich waren. Die Gemeinde Engelsberg erhielt beide Male einen positiven Zuwendungsbescheid für den Netzausbau.

Weitere Informationen zu dem Förderprogramm sind jeweils der aktuellen Richtlinie/dem aktuellen Merkblatt zu entnehmen oder direkt beim Fördermittelgeber einzuholen. Die eta Energieberatung unterstützt Sie gerne bei der Recherche nach einem für Ihr Projekt geeigneten Förderprogramm und der Beantragung von Fördermitteln.

Wir helfen Ihnen bei der Realisierung Ihrer Konzepte!

Sprechen Sie mich an!

Gerne beraten wir Sie bei der Lösung Ihrer Fragestellungen zur Nutzung​ von Biomasse für die Wärmebereitstellung. ​

Wir konzipieren und planen Biomasse-Heizwerke und Wärmenetze und helfen Ihnen bei der Optimierung Ihrer Anlagen.

 

Wir finden auch für Sie die maßgeschneiderte Lösung.

​Ausgewählte Projekte mit Biomasseanlagen

​Bei den nachfolgenden Projekten wurden Biomasseanlagen konzipiert und optimiert.

Biomasse-Heizkraftwerk Fechenheim - Energieberatung Fechenheim

Biomasse-Heizkraftwerk Fechenheim

Durch die eta Energieberatung wurde ein tragfähiges Konzepte für eine gesicherte Beschaffung von Brennstoffsortimenten entwickelt und ein regionaler Marktüberblick erstellt. Außerdem wurde eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und eine Nachhaltigkeitsbewertung durchgeführt.


Referenzen Biomasse-Anlagen - Biomasse-Heizkraftwerk Wunsiedel Energieberatung Wunsiedel - Nutzung von Biomasse - Biomasseanlagen otimieren

Biomasse-ORC-Heizkraftwerke Wunsiedel mit Pelletierung

Die eta Energieberatung, Pfaffenhofen erhielt von der WUN Bioenergie GmbH den Auftrag zur Konzeption und Planung eines Biomasse-ORC-Heizkraftwerks und einer Holzpelletieranlage. Nach nur 9-monatiger Bauzeit ist das Heizkraftwerk in Betrieb gegangen.  


Referenzen Biomasse-Anlagen - Biomasse-Heizwerk auf Schloss Lauterbach

Biomasse-Heizwerk Schloss Lauterbach

In Schloss Lauterbach, das sich seit dem 15. Jahrhundert im Besitz der Familie von Hundt befindet, wurde die in die Jahre gekommene Ölheizung durch eine Hackschnitzelheizung ersetzt. Auch ein benachbartes Wohnhaus wird darüber mit Wärme versorgt. Ende 2011 beauftragte Graf von Hundt die eta Energieberatung mit der Planung der Hackschnitzelheizung mit angeschlossenem Nahwärmenetz.

Fernwärmeversorgung Taufkirchen (Vils) - Energieberatung Taufkirchen

Fernwärmeversorgung Gemeindewerke Taufkirchen (Vils)

In Taufkirchen (Vils) wurde ein Fernwärmenetz mit einer Trassenlänge von rd. 5.200 m und 41 Wärmeübergabestationen (Erstausbau) errichtet. Der Grundlastbedarf wird ganzjährig von Blockheizkraftwerken gedeckt. Zusätzlich wurde auch ein gemeindeeigenes konventionelles Spitzen- und Reservesystem aufgebaut.

Referenzen Biomasse-Anlagen - Fernwärmeversorgung Schönbrunn - eta Energieberatung

Fernwärmversorgung Schönbrunn

Die Stadtwerke Wunsiedel setzten nach erfolgreicher Zusammenarbeit beim Holzpelletierwerk auch bei diesem Nahwärmekonzept mit einem Holzgas-Blockheizkraftwerk und Pelletkesseln auf die fachliche Unterstützung durch die eta Energieberatung. Hierdurch konnte in kürzester Bearbeitungszeit die immissionsschutzrechtliche Genehmigung erteilt werden.

Referenzen Biomasse-Anlagen - Fernwärmeversorgung Weißenstadt - Energieberatung Weißenstadt

Fernwärmversorgung Weißenstadt

Für das gemeinsame Kommunalunternehmen Oberes Egertal (gKU) wird in mehreren Bauabschnitten ein Nahwärmenetz im historischen Altstadtkern von Weißenstadt aufgebaut. Für das neu errichtete Heizwerk wurde ein vormals leerstehendes und in Teilen denkmalgeschütztes Getreidelagerhaus renoviert und damit einer neuen Nutzung zugeführt.

Fuggerei in Augsburg - Energieberatung Augsburg

Fürstlich und Gräflich Fuggersche Stiftungs-Administration

In der Fuggerei Augsburg, der ältesten Sozialsiedlung der Welt, wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 Menschen. Ziel der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftungs-Administration war es, eine wartungsfreie, ökonomisch sowie ökologisch nachhaltige Wärmeversorgung des denkmalgeschützten Gebäude-Ensembles zu errichten.

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